NiedersachsenRechtNDS-RE-526-2022

Bei der Nachsuche auf ein angeschweißtes Rehkitz in einer unübersichtlichen Fichtendickung bemerkt der Hundeführer, dass das Kitz kurz vor ihm aus dem Wundbett flüchtet. Die Abgabe eines Fangschusses ist in der Dickung nicht möglich. Darf der Hundeführer seinen wildscharfen Deutsch-Drahthaarrüden schnallen, damit dieser das angeschweißte Stück niederzieht?

Kurze Antwort

Ja, er darf den Hund schnallen, da es der weidgerechten Jagdausübung dient und das Leiden des kranken Kitzes schnellstmöglich beendet werden muss.

  • A)Er darf den Hund schnallen, da die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung es in diesem Fall erfordern
  • B)Er darf den Hund nicht schnallen, da das Tierschutzgesetz verbietet, ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen.
Erklärung

In unübersichtlicher Dickung ist ein Fangschuss nicht verantwortbar. Das Schnallen eines geeigneten, wildscharfen Hundes zum Niederziehen schwachen Rehwildes ist tierschutzgerecht, da es der unverzüglichen Erlösung des Stückes dient.

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