ThüringenRechtTHÜ-RE-549-2026

Darf ein Erleger sich das Wild aneignen, welches im benachbarten Jagdbezirk in Sichtweite verendet ist?

Kurze Antwort

Grundsätzlich nein; eine Aneignung ist nur zulässig, wenn dies ausdrücklich in einer schriftlichen Wildfolgevereinbarung zwischen den benachbarten Jagdausübungsberechtigten geregelt ist.

  • A)Grundsätzlich nein.
  • B)Nein, es sei denn, die untere Jagdbehörde hat der Aneignung zugestimmt.
  • C)Ja, aber nur, wenn zwischen den Jagdausübungsberechtigten der benachbarten Jagdbezirke entsprechende Regelungen in der Wildfolgevereinbarung schriftlich vereinbart wurden.
  • D)Ja, weil es noch in Sichtweite verendet ist.
  • E)Ja, weil im Thüringer Jagdgesetz die Wildfolge so geregelt ist.
Erklärung

richtig sind Antwort a) und c) Zu a) (Grundsatz): Das Aneignungsrecht steht immer dem Jagdausübungsberechtigten des Bezirks zu, in dem das Wild liegt, hier also dem Nachbarn. Das Gesetz sagt dazu ausdrücklich: Das Fortschaffen des erlegten Wildes ist nicht zulässig, und der benachbarte Jagdausübungsberechtigte oder sein Vertreter ist unverzüglich zu benachrichtigen. Fortgeschafftes oder vom Hund aus dem Nachbarjagdbezirk gebrachtes Wild ist ihm abzuliefern. Außerdem bleibt das Aneignungsrecht des zuständigen Jagdausübungsberechtigten ausdrücklich unberührt. Zu c) (Ausnahme): Die Jagdausübungsberechtigten benachbarter Jagdbezirke können eine Wildfolgevereinbarung schriftlich abschließen. Darin dürfen sie vom Verbot des Fortschaffens und von den Regeln zur Aneignung von Trophäen und zur Anrechnung auf den Abschussplan abweichen. Nur auf diesem Weg kann der Erleger das Stück behalten.

Jägerprüfung Thüringen – jetzt kostenlos üben

Starte kostenlos und ohne Registrierung mit dem Lernen. Mit der kostenlosen Registrierung erhältst du zu jeder Prüfungsfrage eine Erklärung – plus Lernfortschritt und alle Prüfungsfragen deines Bundeslands.

Kostenlos starten