ThüringenRechtTHÜ-RE-1992-2026

Sie beschießen am 3. Oktober auf der Einzeljagd in der Nähe der Jagdbezirksgrenze ein Damschmaltier. Das Stück zeichnet stark und flüchtet über die Grenze in den benachbarten Jagdbezirk und verendet dort. Auf wessen Abschussplan wird die Erlegung des Damschmaltiers angerechnet?

Kurze Antwort

Richtig ist: Das Damschmaltier wird auf den Abschussplan des Nachbarjagdbezirks angerechnet, in welchem das Stück zur Strecke gekommen ist.

  • A)Das Damschmaltier wird auf den Abschussplan des Jagdbezirks angerechnet, in welchem das Stück beschossen wurde.
  • B)Das Damschmaltier wird auf den Abschussplan des Nachbarjagdbezirks angerechnet, in welchem das Stück zur Strecke gekommen ist.
  • C)Das Damschmaltier wird nur auf den Abschussplan der zuständigen Hegegemeinschaft angerechnet.
Erklärung

Richtig ist Option 2 Die Antwort ergibt sich direkt aus § 37 Abs. 4 ThJG. Dort wird bei der Anrechnung auf den Abschussplan nach einem einzigen Kriterium unterschieden: ob das Stück ein Trophäenträger ist oder nicht. - Trophäenträger werden auf den Abschussplan des Jagdbezirks angerechnet, in dem das Stück krankgeschossen wurde. - Alles andere Wild wird auf den Abschussplan des Jagdbezirks angerechnet, in dem es zur Strecke gekommen ist. Ein Damschmaltier ist ein weibliches Stück Damwild im zweiten Lebensjahr und trägt kein Geweih. Es ist also kein Trophäenträger und fällt unter „alles andere Wild“. Da es im Nachbarbezirk verendet ist, zählt es für dessen Abschussplan, also Antwort B.

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